Geschichte aus unserem Wohngebiet

Was steckt hinter dem Namen "Loh"

Für den Namen unseres Wohngebietes bzw. des Straßenzuges gibt es mehrere Erklärungen mit dem gleichen Ursprung. Die Infos wurden zusammengetragen von unserem Mitglied Renate Kaltenborn..

in fast jeder Stadt gibt es eine Straße, die "Im Loh" oder
  "Auf dem Loh" heißt. Was ist ein Loh?!!

Das hängt mit der Gerberei zusammen. Zur Lederherstellung wurde die sog. "Lohe" benötigt, Wasser und z.B. Eichenrinde, in der Tierhäute eingelegt wurden und durch die in der Rinde enthaltene Gerbsäure haltbar gemacht wurden.
Da das ein ziemlich "anrüchiges" Gewerbe war - die verwesenden Fett- und Fleischreste, die von den Fellen abgeschabt wurden verursachten einen bestialischen Gestank - und des Wasserbedarfes wegen waren die Gerber meist an einem Bachlauf am Rande von Siedlungen zu finden.
 

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Eichenlohe wird für hochwertige Gerbung von Oberleder und Sohlen verwendet. Sie wurde weitgehend von Chemiegerben abgelöst.
In Deutschland gibt es noch 2-3 Loh-gerbereien. Die Eichenlohe kommt zur Zeit aus Lohwäldern in Luxemburg, die Betreiber sind aber über 70, der Beruf des Lohbauern stirbt aus.
Die Eichenlohe ist nach dem Gebrauch ein wertvoller Rohstoff, der gern als Unterlage in Reithallen genommen wird.
Früher wurde die ausgelaugte Lohe in Lohbeeten angesetzt- Vorläufer der Mistbeete.
Heute ist die Lohe ein wertvoller Zuschlag zu Kulturerde.
 

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auch diese (Be-)Deutung ist möglich.


Zum einen kann das Wäldchen als "Lieferant" für Eichenrinde
gedient haben. Es kann einem Lohgerber gehört haben.
Es kann auch sein, dass das Wäldchen mal abgebrannt ist
(lichterloh) und man dieses Ereignis im Namen festgehalten
hat.
An Brandrodung denke ich dabei allerdings weniger, denn diese
Orts-/Flurnamen haben dann meist -rade, -rode, -rod(-rat,
-reut, -reuth, -rot, -roth), usw. als Namensbestandteil.
 

Jahr 1828

Im Januar beginnt der Lehrer Schöneborn am Loh den Schulbetrieb und eröffnet damit die erste Schule in Grundschöttel;

wird die Schleebusch-Harkorter-Kohlenbahn eine Pferdebahn in Betrieb genommen. Unterhalb der Flur "Am Grünewald", führte die Kohlenbahntrasse zwischen Bruch und Schölling in Richtung Steveling. Hier befand sich eine Kohlenniederlage an der sich die einheimische Bevölkerung mit Hausbrandkohlen eindeckte. Die Strecke führte weiter bis zur Enerke und von hier bis ins Tal der Ennepe, parallel der alten Straße die heute "Grundschöttler Str." heißt.


 

     

Streckendaten:

Eröffnung

1830

Pferdebetrieb

 

seit 1876

Dampfbetrieb

Spurweite

900 mm

 

Länge

8,3 km

 

Route

Zeche Schlehbusch - Silschede - Loh - Enerke - Harkorten - Haspe

Stilllegung

1959 (1965)

 

Jahr 1856

Es werden die beiden ersten Straßenlaternen (Azetylen-Gas) aufgestellt; am 30. März wird die „Gesellenlade“ am Loh gegründet, sie übernimmt die soziale Absicherung der Gesellen im Krankheitsfall – für Schloßschmiede bestand ein Beitrittszwang.

Die Lade (= eine mit Eisen beschlagene und mit drei Schlössern gesicherte Truhe) nahm das Geld, die Ladenstempel und Kassenbücher auf, sie konnte nur nach bestimmten Riten geöffnet werden.

Jahr 1856

wird die Freiwillige Feuerwehr Grundschöttel gegründet und löst die bestehende Pflichtfeuerwehr ab

Jahr 1841

trifft eine Luftmine am 18. Juli das Gut Grünewald (Grünewalder Strasse)

Höchster Punkt der Stadt Wetter/Ruhr ist der Wasserturm Loh in Volmarstein mit 258 m über Null.

Hier einige alte Kartenansichten unseres Wohngebietes

(Auf Link klicken um Ausschnitt zu sehen, zurück zu diesem Menü auf Karte klicken)

Wohngebiet um 1892 - Kleine Ansicht

Wohngebiet um 1892 - Große Ansicht

Wohngebiet um 1926 - Keine Ansicht

Wohngebiet um 1926 - Große Ansicht

Wohngebiet um 1947 - Kleine Ansicht

Wohngebiet um 1947 - Große Ansicht